Glaube gehört zum Leben – und Leben findet vor Ort statt.
Der Islam prägt für uns nicht nur das Gebet in der Moschee. Er verbindet den Glauben an Gott mit Verantwortung für den Menschen, die Familie, die Nachbarschaft und die Gesellschaft.
Das Islamische Forum Kehl e. V. versteht sich deshalb als Moscheegemeinde, Bildungsort und Forum der Begegnung. Wir möchten unseren Glauben authentisch leben, Wissen vermitteln und zugleich offen für Fragen, Dialog und Zusammenarbeit sein.
Unser Glaube
Im Mittelpunkt des Islam steht der Glaube an den einen Gott – Allah, den Schöpfer und Erhalter allen Lebens.
Muslime glauben an die von Gott gesandten Propheten, darunter Adam, Noah, Abraham, Moses, Jesus und Muhammad – Friede sei mit ihnen. Der Koran ist die zentrale Offenbarungsquelle des Islam. Gemeinsam mit der überlieferten Lebensweise des Propheten Muhammad bildet er eine wesentliche Grundlage islamischen Glaubens und Handelns.
Islamischer Glaube zeigt sich nicht nur in religiösen Ritualen. Barmherzigkeit, Gerechtigkeit, Ehrlichkeit, Wissen, soziale Verantwortung und der respektvolle Umgang mit anderen Menschen gehören ebenso dazu.
Muslimisches Leben in Kehl
Muslimisches Leben gehört seit Jahrzehnten zur Geschichte und Gegenwart Kehls. Schon lange bevor das Islamische Forum Kehl seinen heutigen Namen trug, gab es in der Stadt muslimische Gemeinden und interreligiöse Begegnungen.
Der interreligiöse Austausch ist ebenfalls kein neues Thema: Bereits seit 2001 ist in Kehl ein Arbeitskreis von Christen und Muslimen dokumentiert.
Im Jahr 2009 entstand aus einer vielfältigen muslimischen Gemeinschaft der Verein Integration und Verständigung e. V. mit der Al-Hidaya-Moschee. Menschen mit unterschiedlichen familiären Wurzeln – insbesondere aus Nordafrika und dem Nahen Osten – fanden hier einen gemeinsamen Ort für Gebet, Bildung und Gemeinschaft.
Aus einem klassischen Moscheeverein entwickelte sich über die Jahre eine Gemeinde mit vielfältigen Aufgaben: Kinder- und Jugendarbeit, Arabischunterricht, islamische Bildung, Seelsorge, soziale Begleitung, Moscheeführungen und Begegnungen mit Schulen und anderen gesellschaftlichen Einrichtungen.
Diese Entwicklung zeigt sich heute an vielen Stellen im Kehler Stadtleben.
Schülerinnen und Schüler besuchen unsere Moschee, um den Islam und muslimisches Gemeindeleben unmittelbar kennenzulernen. Beim Tag der offenen Moschee öffnen wir regelmäßig unsere Türen für die gesamte Stadtgesellschaft.
Auch die großen islamischen Feste sind inzwischen sichtbar Teil des städtischen Lebens. Zum Festgebet anlässlich des Fastenbrechens kamen 2025 mehr als 1.000 Musliminnen und Muslime in der Niedereichhalle zusammen.
Ein weiterer wichtiger Schritt war die Einrichtung eines muslimischen Grabfeldes auf dem Kehler Friedhof. Muslimische Familien können ihre Angehörigen damit auch in Kehl entsprechend ihrer religiösen Tradition beisetzen. Die Kehler Friedhofsregelungen ermöglichen dabei unter bestimmten Voraussetzungen auch die sarglose Beisetzung im Tuch.
Dialog gehört zu unserem Glaubensverständnis
Im Oktober 2026 wurde in Kehl das Forum der Religionen gegründet. Dreizehn Religionsgemeinschaften haben sich darin zusammengeschlossen, um Dialog, gegenseitiges Verständnis und gesellschaftliche Zusammenarbeit dauerhaft zu stärken.
Das Islamische Forum Kehl gehört zu den Gründungsmitgliedern und hat den Entstehungsprozess aktiv mitgestaltet.
Für uns bedeutet interreligiöser Dialog nicht, religiöse Unterschiede zu verwischen. Menschen können unterschiedliche Überzeugungen haben und trotzdem respektvoll miteinander sprechen, voneinander lernen und gemeinsam Verantwortung für ihre Stadt übernehmen.
Glaube im Hier und Heute
Wir verstehen muslimisches Leben als selbstverständlichen Teil unserer Gesellschaft.
Dazu gehören religiöse Identität und Gottesdienst ebenso wie Bildung, gesellschaftliche Teilhabe, Nachbarschaft, soziale Verantwortung und der respektvolle Umgang mit Menschen anderer Religionen und Weltanschauungen.
Kehl ist eine vielfältige Grenzstadt. Menschen mit unterschiedlichen Sprachen, Kulturen und Lebensgeschichten leben hier miteinander. Als Islamisches Forum möchten wir dazu beitragen, dass aus dieser Vielfalt Begegnung und gegenseitiges Verständnis entstehen.
Unsere Türen stehen deshalb nicht nur Musliminnen und Muslimen offen. Wer Fragen zum Islam hat, unsere Moschee kennenlernen oder einfach mit uns ins Gespräch kommen möchte, ist willkommen.

